Was bedeutet Tragbarkeit?
Kurz erklärt
Die Tragbarkeit prüft, ob ein Käufer die laufenden Kosten einer Immobilie dauerhaft aus seinem Einkommen finanzieren kann. Selbst bei tiefen aktuellen Zinsen kann die Tragbarkeit scheitern, weil Banken bewusst mit einem höheren kalkulatorischen Zinssatz rechnen, um Zinsanstiege abzufedern.
Definition
Banken kalkulieren dabei kalkulatorisch mit einem Referenzzinssatz von meist 5%, unabhängig vom tatsächlichen Hypothekarzins, plus Unterhaltskosten (meist 1% des Kaufpreises) und Amortisation. Die gesamten Wohnkosten dürfen in der Regel ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen.
Einordnung
Selbst bei tiefen aktuellen Zinsen kann die Tragbarkeit scheitern, weil Banken bewusst mit einem höheren kalkulatorischen Zinssatz rechnen, um Zinsanstiege abzufedern.
Beispiel aus der Praxis
Bei einem Bruttoeinkommen von 150'000 CHF dürfen die kalkulatorischen Wohnkosten 50'000 CHF pro Jahr nicht übersteigen, damit die Tragbarkeit erfüllt ist.
Gut zu wissen
Zusatzeinkommen aus Nebenerwerb oder Mieteinnahmen einer Einliegerwohnung kann die Tragbarkeitsrechnung verbessern, muss aber gegenüber der Bank belegt und oft nur teilweise angerechnet werden.
Worauf Sie achten sollten
- Mit dem kalkulatorischen Zinssatz der Bank rechnen, nicht mit dem Aktuellzins.
- Pauschale Unterhaltskosten von rund 1% des Kaufpreises einplanen.
- Tragbarkeit vor der Objektsuche verbindlich mit der Bank klären.
- Bei knapper Tragbarkeit zusätzliche Sicherheiten oder Mitfinanzierung prüfen.
Häufige Fragen
Warum rechnen Banken mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5%?
Um sicherzustellen, dass die Finanzierung auch bei steigenden Zinsen tragbar bleibt.
Was zählt zu den tragbarkeitsrelevanten Kosten?
Kalkulatorischer Zins, Amortisation und pauschale Unterhaltskosten von meist 1% des Kaufpreises.